Partycrash

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

Kind und Jugend stillgelegt wie eine Fabrik, wird ungenutzter Raum jetzt zum Place To Be. Feierwütige Gäste halten Einzug in die kalte Halle und wollen Party wie immer und noch nie.

Ohne Perspektive und Agenda baden sie im zerfärbten Licht und konventionslosem Krach. Kein Morgen bestimmt den Rhythmus und das Lied, alles lässt sich treiben vom melodischen Wellengang im Beat. Sie wollen erstmal keine Antworten, nur vergessen, was sie nicht wissen. Leere, die sich mit Tänzen füllt, die schon morgen wieder vergessen sind. Ins Vakuum zwischen Alt und Neu strömt alles Zerstreute, Partikel, Fragmente, was auch immer ziellos sucht ohne Anfang und Ende. Jeder Schritt wirbelt es auf, das für und wieder, Glitzer und Staub.

Die bunten Birnen durchgebrannt, die Stimmen heiser gejubelt, und die Schuhe völlig durchgetanzt. Die Party verlassen schafft nicht jeder. Grelles Morgenlicht schimmert durch den Schmutz der hohen Milchglasscheiben. Erst noch vorwurfsvoll, dann wie geöffnete Arme. So unsicher, so erschreckend echt wird alles im Licht des Tages. Müde Augen blinzeln ins beißende Licht. Klamotten riechen nach Rauch und Schweiß. Die ersten Vogelstimmen erobern die Stadt zurück und da is er wieder, der mahnende Traum vom Glück. Funkelten sie im Dunkeln noch wie Diamanten sind die Scherben der Feierei nur noch gebrochene Gebilde auf kaltem Asphalt.

Aber diese Leere, sie war gut zu mir. In ihrem Nichts durfte ich ein träumender Niemand sein. Und nur ein träumender Niemand erkennt sein Jemand, wenn er vor ihm steht. Wie kaputte Freunde ließen wir uns sein, was wir waren, frei von Sorgen, glitzernd gebrochen, zwischen gestern und morgen. Hier trennen sich unsere Wege nun. Mach es gut, Freund. Es ist Zeit für Abschied, für ein gänzlich neues Lied. Ein Lied das meinen Tanz nicht länger treibt, sondern sich für meinen Tanz erst schreibt.

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Fremde Freunde

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(C) http://media.tumblr.com/tumblr_lex83fGaij1qdmbhz.jpg

Jeder Freund war zuvor ein Fremder. Dieser Tage stecken Kleingeister wie im Mittelalter Häuser in Brand. Um Menschen zu verletzen und zu vertreiben, die ihnen zu fremd scheinen, als dass sie ihr eigenes Mensch-Sein in ihnen erkennen könnten. Die Angst vor der Fremde macht nicht nur blind und unmenschlich, sondern sie ist langfristig auch das selbstzerstörerischste Verhalten überhaupt.

So vieles, was uns einst fremd war, ist heute unser normales Leben. Weißt du noch als dir dein bester Freund noch ein Fremder war? Du wusstest nichts und das war okay. Und weil es okay war, konnten aus Fremden Bekannte werden und aus Bekannten wurden Freunde. Es liegt in der Natur unseres kleinen Verstandes, das Sichere dem Unsicheren vorzuziehen, aber in der Fremde liegt das Neue, und das Neue war schon immer das, was uns zu den fortschrittlichen Wesen gemacht hat, die wir heute sein dürfen. Das Neue war schon immer

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Die Mutige hinter Eat, Pray, Love

ahoi

Der ein oder andere wird den Film „Eat Pray Love“ von 2010 gesehen haben und einige kennen vielleicht sogar das vorangegangene Buch. Was die wenigsten kennen, ist die echte Liz hinter dem biografischen Bestseller: Elizabeth Gilbert. Spätestens als der Film im Mainstream angekommen ist, haben viele von uns „Eat, Pray, Love“ als romantischen Kitsch abgetan. Aber selbst die, die mit ihrem Werk nichts anfangen können, möchte ich einladen, den Mensch Elizabeth Gilbert näher kennenzulernen. Denn eins muss man ihr lassen: Es erfordert beneidenswerten Mut, sein innerstes vor einem Millionenpublikum derart nach außen zu kehren. Hier kannst du in Erfahrung bringen, wie ihr das gelungen ist und, was sie zu der starken Frau gemacht hat, die sie heute ist. Und wer könnte besser Elizabeth Gilbert vorstellen als  Elizabeth Gilbert selbst und ihre Werke. (Wer der englischen Sprache nicht ganz so mächtig ist, kann unten rechts im Youtube Player „Untertitel“ und unter Einstellungen die automatische Übersetzung einschalten.)

Leseempfehlungen zum Thema:
Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen
Eat Pray Love Made Me Do It: Life Journeys Inspired by the Best-Selling Memoir

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Warum du auch alleine tanzen solltest…

ahoi

Ob im Club oder auf der WG-Party; viele von uns tanzen gerne, vorausgesetzt, man ist nicht die oder der Einzige. „Alleine tanzen ist doch peinlich!“ Ist es das? Oder ist es vielleicht so mutig, dass es uns unangenehm ist, zu sehen, dass sich jemand anderer traut, was wir nie wagen würden. Fest steht aufjedenfall, dass in jedem Partyvolk irgendeiner den ersten (Tanz)Schritt gemacht hat und alle anderen dazu ermutigt hat, seinem oder ihrem Beispiel zu folgen. Ich denke, diese Fähigkeit, Pionier zu sein, rettet nicht nur die ein oder andere Party, sondern letztlich retten diese Pioniere die Welt. (siehe Jeanne d’Arc, Ghandi, Martin Luther King etc.)

Ich will dich nicht nur ermutigen, deine Anführerqualitäten zu erkennen, sondern vielmehr deine Qualität das Gute, Richtige und Wichtige voll zu unterstützen. Wenn du dich auf der nächsten WG-Party nicht traust als erstes die Tanzfläche zu erobern, dann feier den Wegbereiter, der dir zuvorkam. Wenn du jemanden findest, der besser kann, was du gut kannst, beneide ihn nicht, sondern unterstütz sein Schaffen, so wie auch du unterstützt werden willst. Es mag paradox klingen, aber die Erfahrung hat mir gezeigt: Was wir bereitwillig geben, kommt um ein vielfaches zu uns zurück.

Hier noch eine kleine Anregung von Derek Sivers.

signatur

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Zerschmetterling

Schmetterlinge über blutigen Wiesen

setzen sich auf tote Lippen.

Schlagen ihre Flügel auf und zu

hören gläserne Bäume kippen

zersplittern sie in tausend Scherben,

wenn Blüten aschgrau sich färben.

Wenn rote Meere und blaue Rosen

im taub heißem Sturme tosen.

Erst dann könnt ihr es sehen,

auch ohne es zu verstehen:

Das hinter Worte gesperrte Es

im Käfig der Verse.

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Aus dem Leben gerankt.

„Meinung ist wirklich die niedrigste Form des menschlichen Wissens.“ schreibt ein Typ namens Bill Bullard. „Sie erfordert keine Verantwortlichkeit, kein Verständnis.“ Eben diese Verantwortungslosigkeit, verdirbt mir gerade meinen Quinoa-Salat. Vor mir die Salatschüssel, mein Smartphone, Laptop und eine Ausgabe von „Vegan für blutige Anfänger“. Alles natürlich in Instagram-tauglicher Belichtung. Ich schaue über dieses zeitgeistliche Tischgedeck hinweg auf den soeben eingeschalteten Fernseher: „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ läuft, eine Hochzeitsdokusoap, in der Bräute gegenseitig den großen Tag der jeweils anderen auseinanderkritisieren. Deichkind hatten vielleicht doch recht: lieber Konkurrenz als Friends (sogar auf der eigenen Hochzeit!) Ich schalte um: Castingshows. Befreit von jeder Würde, mit demütig

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Der Tag an dem ich starb

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben,
lass es los.
Es verschenkt sich,
will alles geben.
Doch erdrückst du es
mit deiner Umarmung,
Lass es kommen und
lass es Gehen.
es wird sein, du
wirst es sehen.
Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben!

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Tanz, Freund, tanz an meinem Grab,
Das Leben ist ein Hauch,
ein Moment den man dir gab,
zu kostbar ihn mit Tränen
zu vergeuden,
Drum tanz, Freund,
tanz mit Freuden.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Ich lieb dich, Freund,
lieb du dich auch.
Zu kostbar den Tod zu hassen,
Das Leben ist ein Hauch.
verweht in die Weite,
wo eine Blüte stirbt,
erblüht eine zweite,
Lieb dich, Freund.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

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Segel Setzen

Es ist Zeit, Hammer und Hobel niederzulegen, es ist Zeit sich ganz dem Winde hinzugeben,

Es hat die Zeit gegeben ein Schiff zu bauen, es kommt nun die Zeit seinem Bau zu trauen, den knarzenden Dielen und wankenden Masten, den Flächen der Paddel, dem Abwurf der Lasten,

Es ist Zeit, Hammer und Hobel niederzulegen, es ist Zeit sich ganz dem Winde hinzugeben.

Das grad gebaute Schiff, wie es trifft auf die See, seinen Hafen verlässt, das was ich nun versteh, Der Kiel schneidet erstmals Gewässer in zwei, sticht ein in das Glatte, schiebt Wellen vorbei,

Der Rumpf taucht ein in die Wogen der Welt, in die tobenden Schäume vom träumenden Held.

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

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Informemotion

Das Band zwischen dir und mir, wo band und bindet es dich an mich,

wo erleben wir noch das wir, wo wird aus zwei Punkten noch ein Strich.

Vernimm das digitale Zeugnis meiner Liebe, spür das Nichts, welches Welten bedeutet,

das Es durch tausend feine Siebe wie es aus unseren Maschinen läutet.

Jeder Lichtpunkt hinter Glas, der dir ’nen neuen Sinn bereitet.

Jeder Stromstoß, den du last, hat den Sinn durch dich verbreitet.

Das Band zwischen dir und mir, ist hier nichts als eine kalte Leitung,

wo erleben wir noch das wir, statt dich, mich und uns’re Verbreitung.

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Rechtmacher’s Reue

Bunte Lichter schwirren umher,
Gute Gespräche hohl und leer.
Rumzukriegen leicht und schwer,
Lärm der Lust schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Konventionen umkreisen mit Ketten kühl,
entreißen dich unserm eignen Gefühl.
Loszulassen leicht und schwer,
Lärm der Anderen schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Diktator dieses deines Lebens,
alle Mühen sind vergebens.
Durchgefickte Seele leer,
Lärm des Ego schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Die Jahre jauchzen so vorbei,
nichtig ein jeder Jubelschrei.
Bist nun alt, lang ist’s her,
Verlebtes Leben schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Hätt’st du es nur angehört,
liegst nun da im Glanz zerstört.
Weißt nun was der Dichter meinte,
als er hier den Reim dir reimte…

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