Wie neu geboren…


Identitätsangst; Ich habe mich selbst damals verloren, aber dadurch blieb mir keine Wahl und ich wurde neu geboren. „Ich fühl mich wie neu geboren.“ Das sagen wir normalerweise nach einem Schaumbad oder einem ausgiebigen Nickerchen. Wir meinen damit, dass wir befreit sind von alten Lasten und, dass wir erholt mit neuer Kraft voranschreiten können. Wie neu geboren halt. Aber sein wir mal ehrlich; Neugeborene machen in Wahrheit noch etwas ganz anderes durch: Abgesehen von der Frische ihrer Existenz, haben sie Angst, sie kämpfen sich durch einen dunklen Tunnel ins Freie und die Verbindung zu ihrer bisherigen Lebensquelle wird durchgeschnitten. Diese erste Lebenskrise beherbergt eine sehr befreiende Erkenntnis für die Identitätskrisen der Gegenwart: Ich weiß nicht (mehr), wer ich eigentlich bin; aber irgendetwas will ich, sonst wär da keine Angst. Ich bin neu geboren, abgeschnitten von dem, was mich bisher genährt hat, worauf ich mich verlassen konnte. Aber ich bin auch beschenkt mit einer offenen Perspektive. Mein Instinkt ist zu überleben und das vielleicht nicht nur für diesen Körper, sondern auch für das Leben selbst. Diese einzigartige Sehnsucht, die unter all der Angst pulsiert. Deshalb schreie ich! Ich schreie, denn das hier ist neu für mich. Ich schreie, denn ich will leben. Ich fühle mich wie neu geboren. Ich bin neu. Ich war mal was anderes, aber jetzt bin ich neu. Von hier an geht es in ein Leben, in dem ich nicht nur Verantwortung für das übernehme, was mich körperlich nährt, sondern auch das, was meiner Seele gut tut. So wie es irgendwann nicht mehr die Aufgabe der Mutter ist, diesen neuen Menschen zu ernähren, ist es auch nunmehr nicht mehr die Verantwortung der anderen, für mein Glück zu sorgen. Die Nabelschnur der Abhängigkeit ist durchtrennt. Die Angst vor Mangel wandelt sich zu einer neuen Eigenverantwortung und wachsender Stärke. Bevor du also das nächste mal daran verzweifest, du wüsstest nicht mehr wer du bist; Blick mit Vertrauen ins Unbekannte und fühl dich wie neu geboren. Erinnere dich. Nicht mit dem Kopf, sondern dem Herz. Erinnere dich an die Stärke, die dich schon einmal (zurück) ins Leben befördert hat. XOXO…

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