Land in Sicht!


Stürmische Zeiten. Wenn dunkle Wolken über mir sind, liegt es an mir zu erinnern, dass ich dahinter immernoch dieselben Lichter find. Was bestimmt den Kurs? Rückenwind oder Gegenwind?
Wir sind aus Körpern, aus Organen, Molekülen und Atomen. Und Atome sind aus Teilchen und Diese sind aus Energie. Auch Gedanken sind aus Energie. Deine Aufmerksamkeit, wie ein Steuerrad, kann diese Energie lenken. Aktiv und konstruktiv, aber auch passiv und destruktiv. Du kannst dein Schiff in die Felsen lenken, aber genauso in die Morgendämmerung. Lass Emotion dein Kompass sein.
Leben geht nur vorwärts. Aber wenn jeder Schritt vorwärts in die immerselben Stolperfallen führt, dann ist Zeit inne zu halten. Denn Leben wird nicht nur vorwärts gelebt, sonder zumeist auch nur rückwärts verstanden. Vielleicht ist jetzt die Zeit im Rückblick zu verstehen. Die Zeit, im Sturm die Segel abzunehmen, um in der Stille wieder Rückenwind zu sähen.

(illustration by Javier Rubín Grassa)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

Komm dann zur Ruhe. Hör in dich hinein. Finde Heimat in kleinen Momenten der Stille. Trau dich und schau hin. Im Auge des Sturmes ist es nicht nur still, wir werden dort auch reich beschenkt. Wo wir am meisten leiden, liegt auch ein Schatz aus großer Sehnsucht. Wenn wir sie annehmen, uns mit ihr anfreunden, dann haben wir rückwärts verstanden. Der Himmel klart auf.
Sehnsucht, einmal befreit, führt dich wie Sterne den Seefahrer aus vergangener Zeit. Ein zwar unerreichtes Licht, das aber den Weg nach Hause zeigt. Die Sehnsucht will nichts lieber, als dich zu tragen. Sie will dich zu dem tragen, der du geworden bist. Vertrau ihr, dann wendet sich das Ruder von ganz allein. Dann werden Segel gesetzt, dann sind die Kräfte wieder vereint.
Lebe sodann vorwärts gewandt. Wer sich, in solchen Zeiten dann, damit aufhält, Karten zu lesen, verpasst die besten Abzweigungen, die das Leben zu bieten hat. Deshalb schau nach vorn. Dort liegt der Schatz aus Gelegenheiten. Gelegenheiten für mehr Glück, mehr Liebe, mehr Freiheit, mehr Wir.
Versuch nicht den Wind zu drehen, sondern dreh die Segel. Nimm das Steuerrad in beide Hände. Lenke du deine Gedanken. Da ist wieder einer, da noch einer, da noch einer. Immer mehr von ihnen kannst du greifen. Denk mit Absicht! Form mit Fantasie!
Bau dir Gedanken so prächtig wie Paläste. Wähl jedes Detail penibel aus. Mal mit Worten. Mal deine Welt. Deine Welt in schönsten Farben und die Schönsten Farben werden deine Welt.
Das ist dein Leben, dein Schiff, deine Entscheidung. Die Verantwortung liegt ganz bei dir, aber mit ihr auch deine ganze Macht. Du kannst entscheiden, auch wenn du dir noch so machtlos vorkommst. Eine Meile nach der anderen, kannst du dich aus dem tiefsten Dunkel der gestrigen Nacht in die Sonne eines neuen Tages bewegen. Wie sehr die See auch tobt, der Himmel hält, was er verspricht. Alles was du brauchst, hat Heimat in dir. Du kannst das. Schau, bald schon ist dann Land in Sicht!

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6 Kommentare

    1. Danke für dein Feedback, Christina 🙂 Gerade von anderen talentierten Schreiberlingen wie dir freut mich so ein Lob natürlich besonders. Hab ein schönes Wochenende!

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