Narzissmus des Märtyrers

Lass mich dich liebevoll fragen: „Wer glaubst Du eigentlich, wer Du bist?“ Wenn wir uns zu sehr mit unserem Job oder unserer Rolle in der Gesellschaft identifizieren, verlieren wir oft den Blick für unsere wahre Größe. Es gibt zudem jene, die nicht nur glauben ihre Fähigkeiten seien ihr „Ich“, sondern vor allem ihr Unfähigkeiten und ihre Idee von Unwürde. Bei Anderen sind wir schnell mit dem Ratschlag „Rede mit dir selbst, wie mit einem Freund“, aber erlauben wir das auch uns selbst? Diesem Sebstbildnis einer hyperunanbhängigen Superperson, die Eigenverantwortung aber keine Gnade verdient hat? Man kann diese Haltung auch als „Narzissmus des Märtyrers“ bezeichnen; die Überzeugung, dass ich die einzige Person bin, die kein Mitgefühl von mir verdient hat. Von MIR wird schließlich viel erwartet, ich bin besonders, denn ich bin dieser eine Jemand, der es alleine schaffen muss. Ich allein bin auserkoren unter meinen widrigen Umständen leiden zu müssen, während ich bei anderen Gnade walten lasse. Ich muss mich weiter antreiben, es schnell und alleine schaffen. Leben gelingt gemeinsam. Wer an die Lüge der Trennung glaubt hingegen fühlt sich einsam. Wir existieren nunmal in dem nüchternen Paradox, selbst ein Ganzes und Teil eines Ganzen zu sein. Wir übersehen allzuoft, wie sehr wir darin unsere Eigenarten verurteilen und uns gerade in diesem Selsbstmitleid für etwas Besonderes halten. Aber auch du darfst beizeiten bedürftig sein. Mute dich zu. Sei geduldig mit dir. Nimm am „echt sein“ teil. Sei uns ein Vorbild in Sebstachtung. Sei uns der Freund, der bereits einen Freund in sich gefunden hat.

 

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