Die Fensteroma

Ein hippes Gedicht über alte Herren und Damen?

Was interessieren mich jene, die vor uns kamen?

Eine bei uns im Ort ist die Oma ohne Namen,

Wir kennen Sie nur aus ihrem Fensterrahmen,

Sie lehnt ständig auf der Bank und schaut raus ins lebendige Treiben,

Ich frage mich, welche Geschichten wir in ihrem Kopf wohl schreiben.

Erinnern wir sie an ihre jungen Jahre
oder sind wir die bemitleidenswerte „Jugend von Heute“?

Sieht sie vielleicht das Gute und Wahre,
Oder denkt sie sich „Das sind alles böse Leute.“?

So schaut sie in die laute schnelle Welt hinaus,

Lehnt im Fensterrahmen Tag ein Tag aus.

Dabei hat SIE doch so viele Welten gesehen.

Eigentlich sollte ich an meinem Fenster stehen.

Hat sie doch in die Fenster geblickt, die mir noch fehlen,

Aber keinen, der sie bittet, diese Geschichten zu erzählen.

Zu erzählen, wie sie sich gegen Konventionen wehrte,

Zu erzählen, wie sie ihr Handwerk lehrte,

Zu erzählen, wie man das Leben auch mal langsam lebt,

Zu erzählen, wie man hinfällt, aufsteht und dann weitergeht,

Zu erzählen, wie einsam jetzt ihr Leben ist, was sie vermisst,

seit ihr Mann und bester Freund verstorben ist.

Heute bleib ich mal unter ihrem Fenster stehen, winke zu ihr rauf und wünsch einen Guten Tag,

Vielleicht geht das Fenster zu, aber vielleicht fragt sie auch, ob ich zum Kaffee reinkommen mag.

So oft übersehe ich alte Herren und alte Damen,

Fragen wir die Fenster Omas doch mal nach ihrem Namen,

Lassen wir diese erfahrenen Entdecker berichten,

Fragen wir die Fenster Omas doch mal nach ihren Geschichten.

Stehen wir doch mal selbst im Fensterrahmen,

Und entdecken die Abenteuer, die vor uns kamen.

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Deine Welt

Es gibt unzählige Welten da draußen, aber auch da drinnen. Jeder Einzelne: Eine ganz eigene Welt. Ein eigenes Universum. Ich habe die heilsame Wirkung erfahren, meine ungeliebten Anteile anzunehmen: „Auch ihr seid ein Teil von mir“ und gleichzeitig zu erkennen „Ihr seid NUR ein Teil von mir.“ Wer seine eigene Pluralität erkennt und anzunehmen lernt, der

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Lebe, Mensch!

Lebe, Mensch!

Denk nicht nur drüber nach wie „man“ das richtig macht, sondern mach’s!

Lebe, Mensch – und werde zum Lebemensch.

Du kannst keine Zeit totschlagen ohne die Ewigkeit zu verletzen.

Es gibt unzählige Studien zur Lehre vom Leben, aber Theorie braucht Praxis, sonst ist Leere im Leben.

Füll dich auf, sei weit.

Schenk der Zeit wieder Ewigkeit.

Leb los.

Leb liebreich laut.

Lebe, Mensch, du Lebemensch!

gedicht, gedichte, lyrik, lebemensch

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Allmutter

Sie ist unser aller Ursprung.

Sie ist die Wurzel der Wurzeln.

Sie ist der Boden, aus dem wir streben.

Sie ist die Mutter allen Lebens.

Sie ist jene, die uns mit jeder Phaser kennt.

Sie bleibt unser wahres Zuhause,

egal wieviel Beton und Glas uns heute trennt.

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Masken

Die Nacht lässt mich fragen,

warum wir immer wieder Masken tragen?

Das Dunkel macht sie entbehrlich,

macht Gesichter wieder ehrlich.

Doch morgen ist da ein neuer Tag.

Ein neuer Tag, der Altes fragt.

Ein Neuer Morgen, so hell und stark,

dass ich die Maske vielleicht abzulegen wag‘. 

llustration by Javier Rubín Grassa)

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Land in Sicht!


Stürmische Zeiten. Wenn dunkle Wolken über mir sind, liegt es an mir zu erinnern, dass ich dahinter immernoch dieselben Lichter find. Was bestimmt den Kurs? Rückenwind oder Gegenwind?
Wir sind aus Körpern, aus Organen, Molekülen und Atomen. Und Atome sind aus Teilchen und Diese sind aus Energie. Auch Gedanken sind aus Energie. Deine Aufmerksamkeit, wie ein Steuerrad, kann diese Energie lenken. Aktiv und konstruktiv, aber auch passiv und destruktiv. Du kannst dein Schiff in die Felsen lenken, aber genauso in die Morgendämmerung. Lass Emotion dein Kompass sein.
Leben geht nur vorwärts. Aber wenn jeder Schritt vorwärts in die immerselben

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Lichtwärts

Verloren in einer lauten Welt, gewinnen kann nur wer auch mal fällt.

Mach dich nicht kleiner und tu nicht so groß. Lass mal los.

Versuch nicht alles alleine hinzukriegen. Lass dich mal fallen und du wirst fliegen.

Bist geflogen damals, als noch zählte, was DU von dir hältst. Egal wie oft sie gelogen haben, geh und vertrau dir mal wieder selbst.

Lass die Stimmen reden, und geh mal wieder fühlen. Steh in der Mitte, statt zwischen den Stühlen.

Manchmal ist er weit; der Weg vom Kopf zurück ins Herz.

Manchmal ist er weit, aber die Reise ist’s wert.

Brücken hinter dir werden abgebrannt und vor dir sind sie im Bau.

Zaghafte Schritte und dann wird gerannt.

Kein da hinten mehr, nur noch ein lichtwärts voran.

Dann lacht das Mädchen in der Frau,

dann lacht der Junge im Mann.

Helle Kinderstimmen im Spiel,

der Rückenwind von Ziel zu Ziel,

zum Glücklich Sein braucht’s nicht viel.

Renn, Junge, renn.

Renn, Mädchen, renn.

Brenn, mein Licht, brenn.

Gewinnen kann nur wer auch mal fällt,

lehn dich ins Leben,

so gewinnt man die Welt.

by Javier Rubin Grassa
(illustration: Javier Rubín Grassa)

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Partycrash

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

Kind und Jugend stillgelegt wie eine Fabrik, wird ungenutzter Raum jetzt zum Place To Be. Feierwütige Gäste halten Einzug in die kalte Halle und wollen Party wie immer und noch nie.

Ohne Perspektive und Agenda baden sie im zerfärbten Licht und konventionslosem Krach. Kein Morgen bestimmt den Rhythmus und das Lied, alles lässt sich treiben vom melodischen Wellengang im Beat. Sie wollen erstmal keine Antworten, nur vergessen, was sie nicht wissen. Leere, die sich mit Tänzen füllt, die schon morgen wieder vergessen sind. Ins Vakuum zwischen Alt und Neu strömt alles Zerstreute, Partikel, Fragmente, was auch immer ziellos sucht ohne Anfang und Ende. Jeder Schritt wirbelt es auf, das für und wieder, Glitzer und Staub.

Die bunten Birnen durchgebrannt, die Stimmen heiser gejubelt, und die Schuhe völlig durchgetanzt. Die Party verlassen schafft nicht jeder. Grelles Morgenlicht schimmert durch den Schmutz der hohen Milchglasscheiben. Erst noch vorwurfsvoll, dann wie geöffnete Arme. So unsicher, so erschreckend echt wird alles im Licht des Tages. Müde Augen blinzeln ins beißende Licht. Klamotten riechen nach Rauch und Schweiß. Die ersten Vogelstimmen erobern die Stadt zurück und da is er wieder, der mahnende Traum vom Glück. Funkelten sie im Dunkeln noch wie Diamanten sind die Scherben der Feierei nur noch gebrochene Gebilde auf kaltem Asphalt.

Aber diese Leere, sie war gut zu mir. In ihrem Nichts durfte ich ein träumender Niemand sein. Und nur ein träumender Niemand erkennt sein Jemand, wenn er vor ihm steht. Wie kaputte Freunde ließen wir uns sein, was wir waren, frei von Sorgen, glitzernd gebrochen, zwischen gestern und morgen. Hier trennen sich unsere Wege nun. Mach es gut, Freund. Es ist Zeit für Abschied, für ein gänzlich neues Lied. Ein Lied das meinen Tanz nicht länger treibt, sondern sich für meinen Tanz erst schreibt.

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Zerschmetterling

Schmetterlinge über blutigen Wiesen

setzen sich auf tote Lippen.

Schlagen ihre Flügel auf und zu

hören gläserne Bäume kippen

zersplittern sie in tausend Scherben,

wenn Blüten aschgrau sich färben.

Wenn rote Meere und blaue Rosen

im taub heißem Sturme tosen.

Erst dann könnt ihr es sehen,

auch ohne es zu verstehen:

Das hinter Worte gesperrte Es

im Käfig der Verse.

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Der Tag an dem ich starb

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben,
lass es los.
Es verschenkt sich,
will alles geben.
Doch erdrückst du es
mit deiner Umarmung,
Lass es kommen und
lass es Gehen.
es wird sein, du
wirst es sehen.
Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben!

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Tanz, Freund, tanz an meinem Grab,
Das Leben ist ein Hauch,
ein Moment den man dir gab,
zu kostbar ihn mit Tränen
zu vergeuden,
Drum tanz, Freund,
tanz mit Freuden.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Ich lieb dich, Freund,
lieb du dich auch.
Zu kostbar den Tod zu hassen,
Das Leben ist ein Hauch.
verweht in die Weite,
wo eine Blüte stirbt,
erblüht eine zweite,
Lieb dich, Freund.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

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