Liebesecho

„Bitte liebe mich!“ schrei ich der Klippe entgegen und sie schreit „Bitte liebe mich!“ zurück. Sie will geliebt werden, also lieb ich und schrei „Ich liebe dich“ zur Klippe. „Ich liebe dich“ schreit die Klippe zurück und ich fühl mich geliebt. Die Klippe, sie liebt mich. Gut fühl ich mich, wenn sie mich liebt.

Aber manchmal fühl ich, da stimmt was nicht und rufe „Es stimmt was nicht“ und die Klippe sagt „Es stimmt was nicht.“ „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Die Klippe erwidert „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Mich verärgert das. „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ bitte ich die Klippe und die Klippe sagt „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ Dann schäm ich mich und geb’ der Klippe die Schuld „Du bist Schuld!“ „Du bist schuld!“ „Ich hasse dich!“ „Ich hasse dich!“ Die einst geliebte Klippe, sie hasst mich nun. Bei ihr such ich nicht mehr länger nach Liebe. Ich schweige sie an, sie schweigt zurück.

In der Stille steht sie da und ich schau sie an. Vögel singen, sie singt mit. Bäume rauschen, sie rauscht mit. Ich seh’ meine liebe Klippe nun ganz neu und erkenn, was sie war, das war ich. Ich suchte Liebe, Hass und Scham, während sie nur da stand, mich liebte und mir gab worum ich bat. Ich bin nicht Hall und auch nicht Schall. Vielleicht war sie nur eine Wand aus Stein, aber mir enthüllte sie mein ganzes Sein. Wie könnt ich anders als nur zu lieben

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