Segel Setzen

Es ist Zeit, Hammer und Hobel niederzulegen, es ist Zeit sich ganz dem Winde hinzugeben,

Es hat die Zeit gegeben ein Schiff zu bauen, es kommt nun die Zeit seinem Bau zu trauen, den knarzenden Dielen und wankenden Masten, den Flächen der Paddel, dem Abwurf der Lasten,

Es ist Zeit, Hammer und Hobel niederzulegen, es ist Zeit sich ganz dem Winde hinzugeben.

Das grad gebaute Schiff, wie es trifft auf die See, seinen Hafen verlässt, das was ich nun versteh, Der Kiel schneidet erstmals Gewässer in zwei, sticht ein in das Glatte, schiebt Wellen vorbei,

Der Rumpf taucht ein in die Wogen der Welt, in die tobenden Schäume vom träumenden Held.

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

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Informemotion

Das Band zwischen dir und mir, wo band und bindet es dich an mich,

wo erleben wir noch das wir, wo wird aus zwei Punkten noch ein Strich.

Vernimm das digitale Zeugnis meiner Liebe, spür das Nichts, welches Welten bedeutet,

das Es durch tausend feine Siebe wie es aus unseren Maschinen läutet.

Jeder Lichtpunkt hinter Glas, der dir ’nen neuen Sinn bereitet.

Jeder Stromstoß, den du last, hat den Sinn durch dich verbreitet.

Das Band zwischen dir und mir, ist hier nichts als eine kalte Leitung,

wo erleben wir noch das wir, statt dich, mich und uns’re Verbreitung.

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Rechtmacher’s Reue

Bunte Lichter schwirren umher,
Gute Gespräche hohl und leer.
Rumzukriegen leicht und schwer,
Lärm der Lust schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Konventionen umkreisen mit Ketten kühl,
entreißen dich unserm eignen Gefühl.
Loszulassen leicht und schwer,
Lärm der Anderen schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Diktator dieses deines Lebens,
alle Mühen sind vergebens.
Durchgefickte Seele leer,
Lärm des Ego schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Die Jahre jauchzen so vorbei,
nichtig ein jeder Jubelschrei.
Bist nun alt, lang ist’s her,
Verlebtes Leben schreit so sehr!

Und du, du hörst dein Herz nicht mehr.

Hätt’st du es nur angehört,
liegst nun da im Glanz zerstört.
Weißt nun was der Dichter meinte,
als er hier den Reim dir reimte…

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Liebesecho

„Bitte liebe mich!“ schrei ich der Klippe entgegen und sie schreit „Bitte liebe mich!“ zurück. Sie will geliebt werden, also lieb ich und schrei „Ich liebe dich“ zur Klippe. „Ich liebe dich“ schreit die Klippe zurück und ich fühl mich geliebt. Die Klippe, sie liebt mich. Gut fühl ich mich, wenn sie mich liebt.

Aber manchmal fühl ich, da stimmt was nicht und rufe „Es stimmt was nicht“ und die Klippe sagt „Es stimmt was nicht.“ „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Die Klippe erwidert „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Mich verärgert das. „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ bitte ich die Klippe und die Klippe sagt „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ Dann schäm ich mich und geb’ der Klippe die Schuld „Du bist Schuld!“ „Du bist schuld!“ „Ich hasse dich!“ „Ich hasse dich!“ Die einst geliebte Klippe, sie hasst mich nun. Bei ihr such ich nicht mehr länger nach Liebe. Ich schweige sie an, sie schweigt zurück.

In der Stille steht sie da und ich schau sie an. Vögel singen, sie singt mit. Bäume rauschen, sie rauscht mit. Ich seh’ meine liebe Klippe nun ganz neu und erkenn, was sie war, das war ich. Ich suchte Liebe, Hass und Scham, während sie nur da stand, mich liebte und mir gab worum ich bat. Ich bin nicht Hall und auch nicht Schall. Vielleicht war sie nur eine Wand aus Stein, aber mir enthüllte sie mein ganzes Sein. Wie könnt ich anders als nur zu lieben

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Gelassen

Lass dich auf das Leben ein,

Verlass dich auf dich, so wie ein Kind,

Die anderen, lass sie SEIN, wer sie sind;

und DICH, der du bist, lass dich nie allein.

Lass los das Leben, Lass „ES“ einfach mal sein.

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Der Reiter

Weiße Pferde toben über heißen Sand,

schreiende Wellen und weinende Flut,

die Ozeane schäumen hell entbrannt,

zünden an mein kaltes Blut.

Mein Herz fängt neu zu schlagen an,

in mächtigen Tönen, majestätischem Glanz

der Junge stirbt und gebärt den Mann,

der hinter all den klaffenden Wunden,

bewahrte die Unschuld, den Geist Leben,

mit dem auf ewig verbunden,

die Illusion Ungeheuer sich ergeben.

Am Strand der Wahrheit brennt der Sinn,

galoppierende Seelen der einen Seele,

tragen mich zu dem, der ich wirklich bin,

und dem Schicksal, das ich mir wähle.

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VIREAL

Auf totem Boden aus Einsen und Nullen entsteht ein Garten aus Fantasie.

Pixel bauen ein Haus mit Dach und noch eins und ein Weiteres.

Eine Stadt entsteht und ist ein Zeichen für ein Symbol für die Metapher einer Botschaft über etwas ganz konkret Allgemeines.

Elektrische Schocks durch Kabel in Wänden gesendet von Tasten mit organischen Händen

erreichen dich hier und hier und hier und es liegt bei dir und dir und dir

deine Zeit nicht zu verschwenden in einem Ozean aus maskierter Relevanz.

Der Browser deiner Seele erkennt die Struktur von diesem Code

und weder die Einsen noch die Nullen bleiben nunmehr länger tot.

jav rubin
(illustration: Javier Rubín Grassa)

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