Enttäuschung: Das Ende der Täuschung

 

Ich will dich heute einladen, die Enttäuschung als wortwörtliches Ende einer Täuschung zu betrachten. Oft zerbrechen nämlich nicht Herzen, sondern lediglich Erwartungen. Jedes Ende ist ein Anfang. Und an diesem Anfang, dem Ende der Täuschung, beginnt ein Stück mehr Wahrheit. Je mehr Wahrheit wir im Beziehungsdschungel aus Erwartung, Projektion und Rollenwirrwar entdecken, desto entspannter werden wir im Miteinander und auch mit uns selbst. Und trau dich: Sei auch Du eine Enttäuschung! Ent-täusche all jene, die von

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L(i)ebe wohl…

Ich habe gelebt, geliebt und ich habe verloren. Kürzlich lag ich noch lange wach gequält von einem Gedanken: Igendwann müssen wir jedem Menschen, dem wir jemals nahe waren, „Lebe wohl“ sagen. Das ist kein melodramatischer Mittzwanziger Herzschmerz, sondern biologischer Fakt. All diese tollen Menschen und Wesen in meinem Leben, sie alle muss ich irgendwann loslassen, weil es, entweder für sie oder für mich, Zeit ist zu gehen. Jeder großen und kleinen Liebe werden wir „Leb wohl“ sagen müssen. Ich will ehrlich mit euch sein: Mir hat der Gedanke, so zu Ende gedacht, eine

(illustration: Jav Rubin)

Scheißangst bereitet. Brene Brown nennt das auch „Foreboding Joy“, eine verhängnisvolle Freude: Der Moment, wenn wir realisieren, das gerade alles perfekt ist, wenn die Mutter ihr friedlich

schlafendes Baby ansieht, wenn wir gerade am glücklichsten scheinen, gerade dann fragen wir uns „Aber was wäre wenn…“ „was wenn all das vorübergeht?“ „Was, wenn ihm/ihr etwas

schreckliches zustößt?“ Wir verlassen das Glück, um im Kopf schon die Tragödie zu proben. So ging es auch mir in besagter Nacht. Letztlich, nachdem kein Angstschweiß und keine Träne mehr übrig war, kam mir eine leise aber fundamentale Ahnung: Genau darin besteht der Schatz des Lebens. Die Kostbarkeit liegt in eben dieser Realisierung, dass alles vergänglich und kein noch so kleiner Funke Freude selbstverständlich ist. Am Ende bereuen wir nicht was wir riskiert, sondern was wir nicht gewagt haben. Umfragen unter Hinterbliebenen von Unfallopfern zum Beispiel haben ergeben, dass es nicht die großen sentimentalen Momente sind, die sie vermissen, sondern die kleinen Momente: „Das Geräusch vom Türschloss, wenn er von der Arbeit kommt“ „Das leise Atmen, wenn sie schläft“ „Die belanglosen Geschichten, die er immer mit einem solch herzzerreißenden Stolz erzählt hat.“ All diese Menschen haben sich am Ende gewünscht, sie wären präsenter mit diesen kleinen Momenten gewesen, hätten sich mehr ins Glück gelehnt, statt das unvermeintliche Ende zu fürchten. Und genau das ist auch meine Konsequenz; Dankbarkeit nicht als fancy „Mindset“, sondern als gesunder Menschenverstand. Immer wenn ich Angst bekomme, dass es enden wird, sage ich tief in meinem Herzen Danke und lehne mich noch weiter in den Moment. Denn dann werde auch ich irgendwann von der Welt gehen mit der Gewissheit: Ich habe gelebt!

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loslassen dankbarkeit

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Tanz mal drüber nach…

Gerade wir Vieldenker sollten auch mal runterkommen. Runter von der ewigen Metaebene, rein ins wache Leben. Neue Erfahrung wagen, statt Alte totzuanalysieren. Es gibt Dinge, die sind ernst, aber schwer machen wir’s uns letztlich selbst. Es gibt immer eine Perspektive, die uns frech zuzwinkert mit der Einladung, dieses ganze Besser-Leben-Projekt ein klein wenig leichter zu nehmen. Und nur weil es leicht sein darf, wird’s nicht weniger wichtig. Heute aber ist dein Feuer wichtiger als Wissen. Im Club oder Zuhause: Lass da mal ’ne Nacht drüber tanzen. Randalier dich vom Kopf zurück in Herz. Lass dir von Gelegenheit einen ausgeben und schmeiß heut Liebe wie Konfetti. Lass dich heut mal

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Stille spricht

Ich finde toll, dass ihr meine Zeilen lest; aber ganz ehrlich: Für meine beste Arbeit muss ich euch komplett vergessen und zurück zu MIR. Die größte Resonanz aus deinem Herz hab ich vernommen, nachdem ich nur auf Meines gehört hatte. Ich konnte Dir erst aus der Seele sprechen als ich die Sprache der Meinen wiedergefunden hatte. Jetzt lesen, bedenken, hassen und lieben mehrere Tausend meine Worte und ich komm nicht umhin, über diesen Umstand nachzudenken: Muss ich möglichst alle Leser zufrieden stellen? Muss ich möglichst bei dem bleiben, was ich bereits geschrieben habe, um niemanden zu enttäuschen? Nein. Ich hoffe du nimmst es nicht persönlich, wenn ich sage, dass ich all meine Follower aufgeben würde, wenn ich mich zwischen ihnen und den Mysterien der Inspiration entscheiden müsste. Denn ohne sie würde ich zu Grunde gehen. Hier in der Stille liegen all die

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Heut ist dein Leben

„Sieh diesen Tag! Denn er ist Leben, ja das Leben selbst. In seinem kurzen Lauf liegt alle Wahrheit, alles Wesen deines Seins“ So beginnt Kalidasas „Gruß an die Morgendämmerung“ und er erinnert mich immer wieder daran, meine Freuden des Heute zu erkennen; erinnert mich an die klitzekleinen Fortschritte, die ich heute machen und als solche anerkennen darf. Dann erkenne ich die Schönheit in jedem „Augen-blick“ und suche sie nicht mehr in den Tiefen der

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Aufgabe oder Hingabe?

lieber Kreativling: Das hier ist ein schlechter Text. Mir gefällt dieses und jenes daran nicht. Und trotzdem ist er hier. Der Text wollte nicht perfekt sein, er wollte nur leben. Also half ich ihm dabei. All die Menschen, die unsere Arbeit zerlegen wollen in richtig und falsch, lass sie reden. Wichtig ist die Beziehung zwischen Dir und Dir. Folgenden Kalenderspruch würde ich gern in jeder Buchhandlung dieses Landes durchstreichen und umschreiben: „Was würdest Du tun, wenn Du nicht scheitern könntest?“, denn ich bin nicht länger daran interessiert, die Welt der Gegensätze zu verleugnen und meine leere Tankanzeige mit einem „Always Happy“ Sticker zu überkleben. Lieber frage ich mich: „Was würde ich tun, selbst wenn ich dabei scheitere? Was liebe ich so sehr, dass mein TUN wichtiger ist als vorzeigbare Resultate?“ Fehler haben eine Funktion; sie prüfen den Willen. An diesem Punkt trennt sich oft

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Welche Liebe lässt Du zu?

Erst wenn wir es besser wissen, können wir es auch besser machen. Nicht früher und nicht später. Auch in Sachen Beziehungen. In einer Gesellschaft der Selbstoptimierer heißt es: Lern (schnell) aus deinen Fehlern. Aber die Wahrheit ist, machmal machen wir Fehler und lernen nicht daraus. Zumindest sehr, sehr lange nicht. Wieder und wieder kehren wir zurück in unsere ungesunden Verhältnisse, weil wir glauben es nicht besser verdient zu haben. Steven Chabowski hatte wohl Recht als er schrieb „Wir akzeptieren nur jene Liebe, von der wir glauben, dass wir sie verdienen.“ Was glaubst Du über dich in Sachen Liebe? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nur eine Option bist? Glaubst Du an eine Liebe, die heute Nacht dann doch lieber neben jemand Anderem einschläft? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nicht mehr als ein hübsches Accessoire bist? Glaubst Du an eine Liebe, die dich zur geselligen Unterhaltung ihrer Freunde bloßstellt? Glaubst Du an eine Liebe, die eigentlich mit ihrem Job verheiratet ist? Glaubst Du an eine Liebe, die dir täglich eintrichtert, du seist das Problem? Glaubst Du an eine Liebe, die dein Nein nicht respektiert? Glaubst Du an eine Liebe, die dich verbraucht statt dich zu lieben? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nur Eine von vielen Drogen bist? Glaubst Du an

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Narzissmus des Märtyrers

Lass mich dich liebevoll fragen: „Wer glaubst Du eigentlich, wer Du bist?“ Wenn wir uns zu sehr mit unserem Job oder unserer Rolle in der Gesellschaft identifizieren, verlieren wir oft den Blick für unsere wahre Größe. Es gibt zudem jene, die nicht nur glauben ihre Fähigkeiten seien ihr „Ich“, sondern vor allem ihr Unfähigkeiten und ihre Idee von Unwürde. Bei Anderen sind wir schnell mit dem Ratschlag „Rede mit dir selbst, wie mit einem Freund“, aber erlauben wir das auch uns selbst? Diesem Sebstbildnis einer hyperunanbhängigen Superperson, die Eigenverantwortung aber keine Gnade verdient hat? Man kann diese Haltung auch als „Narzissmus des Märtyrers“ bezeichnen; die Überzeugung, dass ich die einzige Person bin, die kein Mitgefühl von mir verdient hat. Von MIR wird schließlich viel erwartet, ich bin besonders, denn ich bin dieser eine Jemand, der es alleine schaffen muss. Ich allein bin auserkoren unter meinen widrigen Umständen leiden zu müssen, während ich bei anderen Gnade walten lasse. Ich muss mich weiter antreiben, es schnell und alleine schaffen. Leben gelingt gemeinsam. Wer an die Lüge der Trennung glaubt hingegen fühlt sich

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Wer nichts riskiert, setzt alles auf’s Spiel

Wer im Wartezimmer der „Chance seines Lebens“ sitzt, verpasst die wahre Chance – die Chance zu leben. Das Zitat heute stammt aus einem Buch, welches ich von einer lieben Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen habe: „Der Traum des Leuchtturmwärters“ – Unsere Zeit hier ist kostbar und wir wollen sie besonnen nutzen, aber wenn wir uns in eweiger Planung von Sicherheit und Kontrolle verlieren, bleiben wir nicht wach für das atemberaubende Phänomen Leben hier und jetzt und seine immerneuen Gelegenheiten.

 

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