MENSCH SEIN.

Sicher ist dem ein oder anderen schonmal ein Ausschnitt aus dieser Dokureihe begegnet; hier habe ich euch jetzt das komplett ungekürzte Gesamtwerk von HUMAN zusammengestellt. Meine Empfehlung an alle, die der englischen Sprache mächtig sind: Schaut euch aufjedenfall die ungekürzte Fassung mit den Originalsprachen an; ist eine magische Erfahrung sich selbst in einer Geschichte wiederzufinden, die in einer komplett fremden Sprache erzählt wird.

HUMAN – gekürzt und deutsch synchronisiert

(wer Englisch versteht: die ungekürzten Originale aunschauen!)


Human ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten Yann Arthus-Bertrand. Der Film besteht weitgehend aus Interview-Sequenzen mit über 2000 Menschen aus mehr als 60 Ländern der Erde, die von hochauflösenden Luft- und Landschaftsaufnahmen aus verschiedenen Kontinenten unterbrochen werden. Seine Welturaufführung hatte der Film bei den Filmfestspielen von Venedig 2015.

HUMAN – VOL. 1 (Originalsprachen / ungekürzt)

In einem deutschen Fernsehinterview zur Weltpremiere in Venedig sagte Bertrand zum Hintergrund des Films und zum Verhältnis seiner berühmten Landschaftsaufnahmen zum Menschen:

„Da ist nicht die Natur auf der einen Seite und der Mensch auf der anderen Seite. Wir sind Teil der Natur. Der Mensch ist immer präsent in meinen Landschaftsaufnahmen, auch wenn niemand zu sehen ist.“

HUMAN – VOL. 2 (Originalsprachen / ungekürzt)

Die 2005 von Bertrand gegründete Stiftung GoodPlanet, die schon die Verbreitung seines Dokumentarfilms Home aus dem Jahr 2009 unterstützte, soll sich nun darum bemühen, dass Human ebenfalls eine weltweit größtmögliche Verbreitung in Kinos, Schulen, Internet bis zur Vollversammlung der Vereinten Nationen finden wird.

HUMAN – VOL. 3  (Originalsprachen / ungekürzt)

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Partycrash

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

Kind und Jugend stillgelegt wie eine Fabrik, wird ungenutzter Raum jetzt zum Place To Be. Feierwütige Gäste halten Einzug in die kalte Halle und wollen Party wie immer und noch nie.

Ohne Perspektive und Agenda baden sie im zerfärbten Licht und konventionslosem Krach. Kein Morgen bestimmt den Rhythmus und das Lied, alles lässt sich treiben vom melodischen Wellengang im Beat. Sie wollen erstmal keine Antworten, nur vergessen, was sie nicht wissen. Leere, die sich mit Tänzen füllt, die schon morgen wieder vergessen sind. Ins Vakuum zwischen Alt und Neu strömt alles Zerstreute, Partikel, Fragmente, was auch immer ziellos sucht ohne Anfang und Ende. Jeder Schritt wirbelt es auf, das für und wieder, Glitzer und Staub.

Die bunten Birnen durchgebrannt, die Stimmen heiser gejubelt, und die Schuhe völlig durchgetanzt. Die Party verlassen schafft nicht jeder. Grelles Morgenlicht schimmert durch den Schmutz der hohen Milchglasscheiben. Erst noch vorwurfsvoll, dann wie geöffnete Arme. So unsicher, so erschreckend echt wird alles im Licht des Tages. Müde Augen blinzeln ins beißende Licht. Klamotten riechen nach Rauch und Schweiß. Die ersten Vogelstimmen erobern die Stadt zurück und da is er wieder, der mahnende Traum vom Glück. Funkelten sie im Dunkeln noch wie Diamanten sind die Scherben der Feierei nur noch gebrochene Gebilde auf kaltem Asphalt.

Aber diese Leere, sie war gut zu mir. In ihrem Nichts durfte ich ein träumender Niemand sein. Und nur ein träumender Niemand erkennt sein Jemand, wenn er vor ihm steht. Wie kaputte Freunde ließen wir uns sein, was wir waren, frei von Sorgen, glitzernd gebrochen, zwischen gestern und morgen. Hier trennen sich unsere Wege nun. Mach es gut, Freund. Es ist Zeit für Abschied, für ein gänzlich neues Lied. Ein Lied das meinen Tanz nicht länger treibt, sondern sich für meinen Tanz erst schreibt.

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Fremde Freunde

(C) http://media.tumblr.com/tumblr_lex83fGaij1qdmbhz.jpg
(C) http://media.tumblr.com/tumblr_lex83fGaij1qdmbhz.jpg

Jeder Freund war zuvor ein Fremder. Dieser Tage stecken Kleingeister wie im Mittelalter Häuser in Brand. Um Menschen zu verletzen und zu vertreiben, die ihnen zu fremd scheinen, als dass sie ihr eigenes Mensch-Sein in ihnen erkennen könnten. Die Angst vor der Fremde macht nicht nur blind und unmenschlich, sondern sie ist langfristig auch das selbstzerstörerischste Verhalten überhaupt.

So vieles, was uns einst fremd war, ist heute unser normales Leben. Weißt du noch als dir dein bester Freund noch ein Fremder war? Du wusstest nichts und das war okay. Und weil es okay war, konnten aus Fremden Bekannte werden und aus Bekannten wurden Freunde. Es liegt in der Natur unseres kleinen Verstandes, das Sichere dem Unsicheren vorzuziehen, aber in der Fremde liegt das Neue, und das Neue war schon immer das, was uns zu den fortschrittlichen Wesen gemacht hat, die wir heute sein dürfen. Das Neue war schon immer

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Aus dem Leben gerankt.

„Meinung ist wirklich die niedrigste Form des menschlichen Wissens.“ schreibt ein Typ namens Bill Bullard. „Sie erfordert keine Verantwortlichkeit, kein Verständnis.“ Eben diese Verantwortungslosigkeit, verdirbt mir gerade meinen Quinoa-Salat. Vor mir die Salatschüssel, mein Smartphone, Laptop und eine Ausgabe von „Vegan für blutige Anfänger“. Alles natürlich in Instagram-tauglicher Belichtung. Ich schaue über dieses zeitgeistliche Tischgedeck hinweg auf den soeben eingeschalteten Fernseher: „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ läuft, eine Hochzeitsdokusoap, in der Bräute gegenseitig den großen Tag der jeweils anderen auseinanderkritisieren. Deichkind hatten vielleicht doch recht: lieber Konkurrenz als Friends (sogar auf der eigenen Hochzeit!) Ich schalte um: Castingshows. Befreit von jeder Würde, mit demütig

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