Optimieren oder Akzeptieren?

Perfektionismus ist nur die High Fashion Variante der Angst. Angst durchgestylt von Kopf bis Fuß, makellos bis zur Bewegungslosigkeit drapiert. Und hinter der teueren Sonnenbrille versteckt sich ein panisch wacher Blick, der sagt „Was, wenn ich noch immer nicht genügen kann?“ Was wir am meisten an uns hassen, sehnt sich in Wahrheit nur nach Liebe. Schönheitsideale, Erwartungen der Familie und blinder Ehrgeiz greifen in unserer Leistungsgesellschaft mehr und mehr um sich. Wir setzen uns selbst unter Druck und behaupten das sei ehrenwert; sehen Stress als Zeichen für Bedeutsamkeit und romantisieren mit „Leidenschaft“, was Leiden schafft.
„Reiß dich zusammen!“, sagt die Angst. „Mach dich nicht lächerlich!“ „Versteck gefälligst deine Fehler!“ Wie Oberbefehlshaber treiben wir uns selbst. Wo hat hier Selbstliebe ihren Platz? Dieser Teil in Dir, der

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Aus dem Leben gerankt.

„Meinung ist wirklich die niedrigste Form des menschlichen Wissens.“ schreibt ein Typ namens Bill Bullard. „Sie erfordert keine Verantwortlichkeit, kein Verständnis.“ Eben diese Verantwortungslosigkeit, verdirbt mir gerade meinen Quinoa-Salat. Vor mir die Salatschüssel, mein Smartphone, Laptop und eine Ausgabe von „Vegan für blutige Anfänger“. Alles natürlich in Instagram-tauglicher Belichtung. Ich schaue über dieses zeitgeistliche Tischgedeck hinweg auf den soeben eingeschalteten Fernseher: „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ läuft, eine Hochzeitsdokusoap, in der Bräute gegenseitig den großen Tag der jeweils anderen auseinanderkritisieren. Deichkind hatten vielleicht doch recht: lieber Konkurrenz als Friends (sogar auf der eigenen Hochzeit!) Ich schalte um: Castingshows. Befreit von jeder Würde, mit demütig

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