Welche Liebe lässt Du zu?

Erst wenn wir es besser wissen, können wir es auch besser machen. Nicht früher und nicht später. Auch in Sachen Beziehungen. In einer Gesellschaft der Selbstoptimierer heißt es: Lern (schnell) aus deinen Fehlern. Aber die Wahrheit ist, machmal machen wir Fehler und lernen nicht daraus. Zumindest sehr, sehr lange nicht. Wieder und wieder kehren wir zurück in unsere ungesunden Verhältnisse, weil wir glauben es nicht besser verdient zu haben. Steven Chabowski hatte wohl Recht als er schrieb „Wir akzeptieren nur jene Liebe, von der wir glauben, dass wir sie verdienen.“ Was glaubst Du über dich in Sachen Liebe? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nur eine Option bist? Glaubst Du an eine Liebe, die heute Nacht dann doch lieber neben jemand Anderem einschläft? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nicht mehr als ein hübsches Accessoire bist? Glaubst Du an eine Liebe, die dich zur geselligen Unterhaltung ihrer Freunde bloßstellt? Glaubst Du an eine Liebe, die eigentlich mit ihrem Job verheiratet ist? Glaubst Du an eine Liebe, die dir täglich eintrichtert, du seist das Problem? Glaubst Du an eine Liebe, die dein Nein nicht respektiert? Glaubst Du an eine Liebe, die dich verbraucht statt dich zu lieben? Glaubst Du an eine Liebe, für die Du nur Eine von vielen Drogen bist? Glaubst Du an

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Väter – Lesarten Der Liebe

„Mein Vater zeigt mir keine Liebe.“ Heute zum Vatertag will ich dich einladen, die Beziehung zu deinem Vater mal neu zu betrachten. Es gibt sehr verschiedene Sprachen der Liebe und vielleicht hast du bis heute vergeblich darauf gewartet, dass Vater DEINE Sprache spricht. Auch wenn die paradoxen Rollenerwartungen an Mütter noch immer größer sind und daher mehr diskutiert werden, sind die Erwartungen an Väter auch nicht frei von Widersprüchen: Zum einen wird oft

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Optimieren oder Akzeptieren?

Perfektionismus ist nur eine weitere Form von Angst. Was, wenn ich nicht gut genug bin? Was wir am meisten an uns hassen, sehnt sich in Wahrheit am meisten nach unserer Liebe. Schönheitsideale, Erwartungen der Familie und blinder Ehrgeiz greifen in unserer Leistungsgesellschaft mehr und mehr um sich. Wir setzen uns selbst unter Druck und behaupten das sei ehrenwert; sehen Stress als Wichtig-Sein. „Reiß dich zusammen!“ „Mach dich nicht lächerlich!“ „Versteck gefälligst deine Fehler!“ „Sei beschäftigt!“ Wir reden mit uns selbst wie 

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Großherzigkeit

„Er/Sie hat ein wirklich großes Herz.“ sagen wir mit Bewunderung über Menschen, die anderen und ihren Emotionen viel Raum geben können. Dem Bild des „großen Herzens“ liegt genau diese Idee zu Grunde, das viel Raum für andere da ist. Aber, was sich der großherzige Mensch seltener eingesteht, ist, dass, um sich selbst geliebt zu fühlen, eben dieser große Raum gefüllt werden will. Wir gestehen es uns vielleicht ungern ein, aber die Kapazität zu lieben, deckt sich oftmals mit dem Bedarf danach, wiedergeliebt zu werden. Oft fühlen sich diese Menschen daher auch 

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Das „Nein“ aus Liebe…

Wenn ich liebe, wie könnt ich da Grenzen aufzeigen? Wenn das Herz doch Ja schreit, wie könnte ich da Nein sagen? „Liebe“ erscheint mir als Wort oftmals überschätzt und als erfahrbare Energie weit unterschätzt. Denn ihre Formen und Farben sind unheimlich vielfältig. Für die erwähnte Fusion von Pragmatismus und Liebe, scheint mir die bewundernswerte Energie des Mütterlichen ein gutes Vorbild zu sein. Ich bewundere was Mütter täglich leisten. Mütter setzen Grenzen, schimpfen und verbieten. Und gleichzeitig schwingt da immer diese

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Lichtwärts

Verloren in einer lauten Welt, gewinnen kann nur wer auch mal fällt.

Mach dich nicht kleiner und tu nicht so groß. Lass mal los.

Versuch nicht alles alleine hinzukriegen. Lass dich mal fallen und du wirst fliegen.

Bist geflogen damals, als noch zählte, was DU von dir hältst. Egal wie oft sie gelogen haben, geh und vertrau dir mal wieder selbst.

Lass die Stimmen reden, und geh mal wieder fühlen. Steh in der Mitte, statt zwischen den Stühlen.

Manchmal ist er weit; der Weg vom Kopf zurück ins Herz.

Manchmal ist er weit, aber die Reise ist’s wert.

Brücken hinter dir werden abgebrannt und vor dir sind sie im Bau.

Zaghafte Schritte und dann wird gerannt.

Kein da hinten mehr, nur noch ein lichtwärts voran.

Dann lacht das Mädchen in der Frau,

dann lacht der Junge im Mann.

Helle Kinderstimmen im Spiel,

der Rückenwind von Ziel zu Ziel,

zum Glücklich Sein braucht’s nicht viel.

Renn, Junge, renn.

Renn, Mädchen, renn.

Brenn, mein Licht, brenn.

Gewinnen kann nur wer auch mal fällt,

lehn dich ins Leben,

so gewinnt man die Welt.

by Javier Rubin Grassa
(illustration: Javier Rubín Grassa)

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Lebe voll, hilfloser Helfer…

(illustration: Jav Rubin)
(illustration: Javier Rubín Grassa)

ahoiHilfst du gern anderen Menschen? Ich schon. Es bereitet mir Freude für andere von Wert zu sein. Aber was bin ich mir in diesem Austausch wert? Mir begegnen oft herzliche, wohlmeinende Leute, die voller Tatendrang sind, Familienmitgliedern zu helfen, Freunde zu trösten und Bekannte zu unterstützen. Doch oft stell ich dann die Frage „Bist du auch für dich da?“ Viel zu oft wollen wir abgeben, was wir eigentlich garnicht übrig haben; unser eigenes Glas ist leer und trotzdem

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Liebesecho

„Bitte liebe mich!“ schrei ich der Klippe entgegen und sie schreit „Bitte liebe mich!“ zurück. Sie will geliebt werden, also lieb ich und schrei „Ich liebe dich“ zur Klippe. „Ich liebe dich“ schreit die Klippe zurück und ich fühl mich geliebt. Die Klippe, sie liebt mich. Gut fühl ich mich, wenn sie mich liebt.

Aber manchmal fühl ich, da stimmt was nicht und rufe „Es stimmt was nicht“ und die Klippe sagt „Es stimmt was nicht.“ „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Die Klippe erwidert „Du bist so sehr wie ich, du sagst, was ich sage!“ Mich verärgert das. „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ bitte ich die Klippe und die Klippe sagt „Du bist mir nicht genug, sei mehr für mich“ Dann schäm ich mich und geb’ der Klippe die Schuld „Du bist Schuld!“ „Du bist schuld!“ „Ich hasse dich!“ „Ich hasse dich!“ Die einst geliebte Klippe, sie hasst mich nun. Bei ihr such ich nicht mehr länger nach Liebe. Ich schweige sie an, sie schweigt zurück.

In der Stille steht sie da und ich schau sie an. Vögel singen, sie singt mit. Bäume rauschen, sie rauscht mit. Ich seh’ meine liebe Klippe nun ganz neu und erkenn, was sie war, das war ich. Ich suchte Liebe, Hass und Scham, während sie nur da stand, mich liebte und mir gab worum ich bat. Ich bin nicht Hall und auch nicht Schall. Vielleicht war sie nur eine Wand aus Stein, aber mir enthüllte sie mein ganzes Sein. Wie könnt ich anders als nur zu lieben

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