Trauer ist ein Souvenir der Liebe

MutHafen Selbstvertrauen Achtsamkeit Spiritualität

In unseren dunkelsten Momenten, in Trennungsschmerz und Nostalgie, vermögen wir oft nicht Recht zu sehen, welch ein großer Wert hinter dem Preis unserer Trauer steht. Wir waren uns so nah. Augen, die mich genau so sahen und annahmen, wie ich bin. Warme Herzen, die Grenzen sprengten und mir einen Raum gaben, in dem ich nur ich sein durfte. Auch wenn dieser Raum zur flachen Dimension der Erinnerung verkam, so rahmt das verbliebene Bild an unsere Kraft zu lieben. Wie das Leben selbst hat

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Besuch vom Tod

MutHafen Selbstvertrauen Achtsamkeit Spiritualität

(Triggerwarnung) Ich habe heute jemanden vor meinem Küchenfenster sterben sehen. Ich kannte ihn nicht. Und doch will ich ihm diese Zeilen widmen: Ich sah ihn erst als die Sanitäter versucht haben seinen blau angelaufenen Körper zu reanimieren. Er war vielleicht Ende 50, bekam wohl aus unerfindlichen Gründen keine Luft mehr. Polizei und Rettungsdienst versuchten alles, doch mit jeder Minute schwand die Hoffnung für dieses fremde Leben. Es ist eine Sache vom Tod zu hören und eine Andere, ihm unerwartet auf dem Asphalt vor der eigenen Haustüre zu begegnen. Wer war dieser Mann? Hatte er Familie? Ruft die Polizistin, die das Handy ans Ohr geklemmt hat, sie

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Narzissmus des Märtyrers

Lass mich dich liebevoll fragen: „Wer glaubst Du eigentlich, wer Du bist?“ Wenn wir uns zu sehr mit unserem Job oder unserer Rolle in der Gesellschaft identifizieren, verlieren wir oft den Blick für unsere wahre Größe. Es gibt zudem jene, die nicht nur glauben ihre Fähigkeiten seien ihr „Ich“, sondern vor allem ihr Unfähigkeiten und ihre Idee von Unwürde. Bei Anderen sind wir schnell mit dem Ratschlag „Rede mit dir selbst, wie mit einem Freund“, aber erlauben wir das auch uns selbst? Diesem Sebstbildnis einer hyperunanbhängigen Superperson, die Eigenverantwortung aber keine Gnade verdient hat? Man kann diese Haltung auch als „Narzissmus des Märtyrers“ bezeichnen; die Überzeugung, dass ich die einzige Person bin, die kein Mitgefühl von mir verdient hat. Von MIR wird schließlich viel erwartet, ich bin besonders, denn ich bin dieser eine Jemand, der es alleine schaffen muss. Ich allein bin auserkoren unter meinen widrigen Umständen leiden zu müssen, während ich bei anderen Gnade walten lasse. Ich muss mich weiter antreiben, es schnell und alleine schaffen. Leben gelingt gemeinsam. Wer an die Lüge der Trennung glaubt hingegen fühlt sich

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Der Tag an dem ich starb

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben,
lass es los.
Es verschenkt sich,
will alles geben.
Doch erdrückst du es
mit deiner Umarmung,
Lass es kommen und
lass es Gehen.
es wird sein, du
wirst es sehen.
Halt nicht, Freund,
halt nicht das Leben!

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Tanz, Freund, tanz an meinem Grab,
Das Leben ist ein Hauch,
ein Moment den man dir gab,
zu kostbar ihn mit Tränen
zu vergeuden,
Drum tanz, Freund,
tanz mit Freuden.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

Ich lieb dich, Freund,
lieb du dich auch.
Zu kostbar den Tod zu hassen,
Das Leben ist ein Hauch.
verweht in die Weite,
wo eine Blüte stirbt,
erblüht eine zweite,
Lieb dich, Freund.

Ich geh, die Farbe bleibt,
lass mich gehen,
es wird nun Zeit.

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