Von Fluss und Flow

MutHafen Selbstvertrauen Achtsamkeit Spiritualität

Fühlst Du dich angegriffen von dem, was dich aufhält? Uns allen gefällt wohl die Vorstellung einer Glückssträhne, diesem Flow, in dem alles mühelos zu funktionieren scheint. Auseinander gehen die Meinungen wohl im Umgang mit der Unterbrechungen einer solchen Glückssträhne. Der Teilnehmer am Straßenverkehr kennt das erhebende Gefühl einer „grünen Welle“, diese Fahrt von A nach B, auf der man eine Ampel nach der Anderen in der Grünphase erwischt. Dieser Autofahrer erlebt sich im Flow, erreicht schnell und unbeschwert sein Ziel. Was aber, wenn die nächste Ampel auf Rot umspringt. Während der eine abrupt bremst, wutschnaubend flucht und dann ungeduldig auf die Ampel starrt, lässt ein Anderer seinen Wagen ausrollen. Er kommt fast unmerklich zum stehen. Er nutzt diese Unterbrechung als Möglichkeit durchzuatmen. Vielleicht bemerkt er sogar den prächtigen Baum hinter der Ampel. Vielleicht auch das Funkeln der Sonne im dichten Blätterdach. Vielleicht bemerkt er auch das kleine Mädchen, das leichtfüßig über den Bürgersteig tänzelt. Genauso wie die alte Dame, die sich so auf der Bank daneben mit einem Lächeln an ihre eigenen Kindertage erinnert. Jetzt muss auch er lächeln. ⠀
Die roten Ampeln im eigenen Leben, Verluste, Rückschläge, Misserfolge und Kritik, sind vielleicht keine Unterbrechungen der eigenen Glückssträhne, sondern lediglich ein Zeichen zum Innehalten. Ein Hinweis, in zielstrebiger Hast stehen bleiben zu dürfen. Die roten Ampeln im eigenen Leben sind vielleicht eine Aufforderung Menschen, die den eigenen Weg kreuzen, durchziehen zu lassen, bis die eigene Ampel wieder grün wird. Eine Gelegenheit liebevolle Gesichter am Wegesrand zu entdecken, die uns der starre Blick aufs Ziel verwehrt hätte. Ein Fluss nimmt den Weg des geringsten Widerstandes: Wo er aufgehalten wird, steigt er an, gewinnt an Tiefe um an seinem höchsten Punkt weiterzufließen. Mühelos, unbeirrt und seiner Natur gemäß. So nehme auch ich meine Natur an. So hab ich für mich erkannt, dass die Bewegung des Lebens im „Stop and Go“ in Wahrheit eine Grüne Welle ist, mein wahrhafter Flow.

Raphael MutHafen Selbstliebe

 

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